Meine erste Hauptrolle für das noch junge Fernsehen war 1957 ein BERGMANN in dem Drama "Grenzfall Bacall" - es
wurde aus politischen Gründen aus Rücksicht auf unseren belgischen Nachbarn niemals ausgestrahlt.
Es ist müßig und wäre ermüdend, auch nur die wichtigsten Rollen meiner über zweihundert TV-Engagements aufzuzählen.
Erwähnenswert ist die Tatsache, dass es bis 1962 nur das ARD-Programm gab und die ersten "talk-shows" erst in den späten 80er Jahren
Fuß fassten.
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Es waren die wunderbaren Jahre, in denen die Produzenten den Regisseuren noch die Zeit einräumten, mit
den Schauspielern deren Rollen zu erarbeiten, und die Regisseure dies auch taten! Wieviel habe ich dabei gelernt bei Fritz Umgelter, Kurt Wilhelm,
Wolfgang Staudte, Paul Verhoeven, Theo Mezger, Hartmut Griesmayer oder Günter Graewert. Diese Koryphäen hätten sich sicher für
keine Gage dazu hergegeben, unsägliche "soap operas" mit Laiendarstellern zu drehen, wie es heutzutage üblich ist. - Wohlgemerkt: TV-Serien
gab es eigentlich schon immer - ich hatte die Ehre und das Vergnügen in acht Serien mitzuwirken -, aber sie waren stets mit Profis besetzt, von
Fachleuten dirigiert.
Meine persönliche Erfahrung mit soap opera-Regisseuren ist denkbar schlecht: Sie sind meist technisch perfekt, aber völlig
unkünstlerisch, so dass sich selbst jener Privatsender, der "Big Brother" produzierte weigerte, "Alles prima, Nina" zu senden.
Meine Erfahrung mit Absolventen der verschiedenen deutschen Film- und Fernsehakademien hingegen lässt mich wieder hoffen: Bei aller technischen
Perfektion haben sie genaue künstlerische Vorstellungen von dem was sie erreichen wollen und scheuen sich nicht, einen "alten Hasen" zu
korrigieren.
Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Regie-Nachwuchs! |