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Mit fünf Jahren durfte ich zum ersten Mal in einen Zirkus. Auf dem Manegenrand balancierte ein Clown
in riesigen Gummilatschen, einer langen Jacke und einem Bowler, während er dazu auf seiner Klarinette spielte. In einer Atempause krähte
ich: "Jetzt weiß ich, was ich werden will: dummer August im Zirkus!" Der Clown hörte dies, verbeugte sich vor mir und setzte seine
Darbietung fort.
Später war es dann der Märchenprinz am Stadttheater, der mich faszinierte. - Aber seit ich Buchstaben lesen, begreifen und selbst
aneinanderreihen konnte, las ich ebenso gerne, wie ich Briefe oder Aufsätze schrieb. Trotzdem ließ mich was auf der Bühne geschah,
nicht los: Ich schwankte im Laufe meines Wachsens zwischen dem Wunsch Journalist oder Schauspieler zu werden. Den ersten Wunsch unterstützten
meine Eltern nicht, letzteren versuchten sie mit allen Mitteln zu verhindern: Mit der Schauspielerei klappte es eher.
1958 bekam ich das Angebot, mit einem deutschsprachigen Wandertheater durch alle Staaten Südamerikas zu fahren. Darüber berichtete ich in
verschiedenen deutschen Tageszeitungen. 1967 fuhr ich mit dem Transsibierienexpress nach Rot-China, wo gerade die Kulturrevolution tobte.
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Das war lebensgefährlich, aber ich kam heil wieder raus, ja, ich präsentierte im "Weltspiegel"
meine erste eigene Reise-Reportage. Fortan richteten sich meine Termine nach asiatischen Regenzeiten; mitunter sagte ich sogar ein Engagement ab,
weil ich überraschend eine Einreisegenehmigung in ein "verbotenes Land" bekam. Um die Reise re-zu-finanzieren, schrieb ich anschließend
für die Print-Medien, plauderte in Hörfunk-Features, produzierte TV-Dokumentationen.
Irgendwann sagte mal jemand: " Sie wissen so viel über diese Länder, ... schreiben Sie doch mal einen Roman..." - Nichts ist leichter
gesagt und schwerer in die Tat umzusetzen. Und doch: Für meinen ersten Roman "Treibgut", (den ich anonym eingeschickt hatte) bekam ich gleich
einen Preis; später wurde er unter dem Titel "Der Krieg entlässt seine Kinder" als Taschenbuch verlegt. Nun ist mein zweiter Roman
erschienen; "Der Lord von Kenia" ist eine kenianisch-englische Familiengeschichte mit historischem Hintergrund:
Riff Castle in Cornwall, um die Jahrhundertwende: Die Lordschaften wissen ihren Spleens zu frönen und Feste zu feiern. Nach einer Nacht mit Sir
Thomas junior, die nicht ohne Folgen geblieben ist, wird die 14-jährige Magd Amalie kurzerhand auf ein Schiff nach Australien gebracht - der
damals übliche Weg, sich eines Problems dieser Art zu entledigen. An Deck lernt Amalie Lady Dorothy kennen, die sie als Zofe für ihre
Highland Farm in Kenia engagiert. Hier kommt Brian zur Welt und wächst mit den Kindern der einheimischen Dienerschaft auf. Nachdem er sogar eine
höhere Schulbildung genossen hat, übernimmt er als Verwalter die Farm. Auf einer Safari lernt er die attraktive Amerikanerin Shirley kennen
und heiratet sie. Doch als die Mau-Mau-Bewegung mit blutigem Terror die Unabhängigkeit von England erreichen will, wendet sich das Blatt, und
Shirley stellt Brian vor die Wahl, Zeuge des Untergangs zu werden, oder mit ihr eine Chance einer neuen, gemeinsamen Zukunft zu ergreifen. |